Samstag, 19. August 2017

Warum lieben die mich so?

In den letzten Jahren bekam ich in meiner Terrassenwohnung immer wieder Besuch von den verschiedensten Tieren. Ich selber halte keine, weil wir zu viel unterwegs sind und ich vor allem in den Schreib - und Arbeitsphasen meine Ruhe brauche. Acht Monate lang war es eine weiße Katze, die ich sehr ins Herz gechlossen hatte. Sie hatte es sich in den hübschen Kopf gesetzt, bei mir wohnen zu wollen und von mir versorgt zu werden. Es kam zu dramtischen Szenen, die ich seinerzeit festgehalten hatte. Dann war da mal eine Kröte, die an einem Sommerabend plötzlich unter meinem Sofa hervorkroch. Sie hatte sich wohl vor der Hitze in meine Wohnung geflüchtet. In diesem Sommer, seit einigen Wochen, sind es zwei Grillen, die immer wieder meine Nähe suchen. Eine ist braun, die andere ein grünes Heupferdchen. Wann immer ich ahnungslos dasitze oder stehe, in einem Buch lese oder am PC arbeite, tauchen sie wie aus dem Nichts auf. Besonders die braune. Plopp, da sitzt sie neben mir, oder an der Wand, oder auf meinem Computer, oder sie zirpt unablässig unter dem Sofa.
Daneben scheinen die Nachbarn eine neue Katze zu haben. Leider werden diese Nachbarskatzen immer wieder überfahren, obwohl wir in einer sehr ruhigen Gegend wohnen. Diese ist eine getigerte, ziemlich magere Katze. Zweimal hat sie schon neugierig meine Wohnung durchforscht. Heute aber schlug es dem Fass den Boden aus. Ich weiß, dass Katzen Freundschaftsgaben zu denen bringen, die sie mögen. Aber mit so einer Gabe hatte ich nicht gerechnet. Ich kannte tote Spitzmäuse, die vor meiner Haustür lagen. Heute war es eine mit einem abgebissenen Kopf und daneben noch so eine undefinierbare Wurst. Das lag auf meinem alten Korbstuhl. Ich entsorgte das mit grummelndem Magen, denn auf dem Herd brodelte eine Maultasche, die ich verzehren wollte, bevor wir uns mit Sohn und Freundin in der Stadt treffen. Da taucht die Katze auf, das heißt, sie eilt hinzu, guckt mich mit Riesenaugen an und fragt, wo denn die Maus sei. Springt auf den Korbstuhl, den ich gerade wieder und wieder mit Wasser begieße. Sie macht Anstalten, in die Wohnung zu schlüpfen, wohl, um sich mit mir statt des entgangenen Mäusebratens die Maultasche zu teilen. So einen Fehler will ich nicht noch einmal machen. Ich lichte sie im Wegrennen ab. Wenn das Wasser sie nicht gestört hat, dann der Fotoapparat, denn sie guckt, als wolle ich auf sie schießen, und veschwindet über die Bank nach oben zur Vermieterin.

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